Tischlermeister Wilhelm Stoffregen baute im Jahre 1909 in Kirchlengern ein Wohn- und Geschäftshaus, richtete dort einen Tischlereibetrieb ein, beschäftige Mitarbeiter und hoffte auf gute Zeiten. Diese aber blieben aus. Der erste Weltkrieg brachte große wirtschaftliche Not, die sich nach Kriegsende eher noch verschärfte. Arbeitslosigkeit, explodierende Preise, Schleichhandel, Wirtschaftskrise und schließlich die nicht enden wollende Spirale der Inflation. Wie andere auch, suchte Wilhelm Stoffregen nach Alternativen, um sich über Wasser zu halten. Er schaffte ein Pferdefuhrwerk an und übernahm Transporte aller Art. Wurde es gewünscht, beförderte Wilhelm Stoffregen auch Personen. Der neue Unternehmenszweig lief vielversprechend an und entwickelte sich besonders vorteilhaft, nachdem die Firma Stoffregen im Jahre 1930 einen robusten, vielseitig einsetzbaren Chevrolet angeschafft hatte.

Dieses Fahrzeug wurde bald zum „Mädchen für alles“. Als Omnibus befuhr er im Auftrage der deutschen Post den Raum Lübbecke, die Handballer vom TuS Spradow reisten mit ihm zu Punktspielen und Turnieren, Badegäste ließen sich nach Randringhausen und Lusmühle kutschieren. Weitere Gruppen- und Gesellschaftsfahrten kamen hinzu. Und umgebaut bewältigte der Chevrolet sogar Umzüge, sperrige Transporte, Gemüsefahrten und mehr. Bald wurde ein zweiter Bus in Auftrag gegeben. Beide Busse waren ständig im Einsatz. Das bleib auch während des Krieges so. Aufgrund seines Alters musste Wilhelm Stoffregen nicht zum Militär, so dass der Betrieb weitergehen konnte.

busreisen



Nach Kriegsende entwickelte Wilhelm Stoffregen mit seinem Sohn Heinrich Pläne für einen Linienverkehr zwischen Löhne, Kirchlengern und Bünde. Nach der Genehmigung durch den Regierungspräsidenten wurde diese Strecke vom 1. November 1950 an regelmäßig befahren. Noch heute gibt es diese Verbindung, wenn auch nur zwischen Bünde und Kirchlengern. Nach dem Tode von Wilhelm Stoffregen im Jahre 1951 übernahm dessen Sohn Heinrich die Firmengeschäfte, die sich erfolgreich entwickelten. Neben der eigenen Linie war Stoffregen auch für die Deutsche Bundespost und später auch für EMR, VMR (Verkehrsbetriebe Minden-Ravensberg) und BVO (Busverkehr Ostwestfalen) unterwegs. Außerdem gewannen Sonderfahrten an Bedeutung.

Als Heinrich Stoffregen 1983 starb, übernahmen seine Frau Elisabeth Stoffregen und Tochter Anita Köstring gemeinsam die Geschäftsführung. 1986 trat auch Enkel Dirk Köstring, nach Kfz-Lehre und Bundeswehrzeit, in das Unternehmen ein und führte es zunächst mit Großmutter und Mutter. Seit 2008 ist Dirk Köstring alleiniger Geschäftsführer, nachdem sich seine Mutter aus der Geschäftsführung zurückgezogen hat.

Seit 2007 betreibt Stoffregen den Ortsbus, der alle Ortschaften der Gemeinde Kirchlengern an das Ortszentrum und den Bahnhof anbindet. Seit dem 1. April 2009 sind zwei Stoffregen-Busse auch täglich zwischen Paris und Oslo im Autrag von Eurolines unterwegs.

Busreisen sind es aber nicht allein, die das Unternehmen auszeichnen. Seit dem 1. September 2004 gehört auch die Sparte „Internationale Transporte und Logistik“ dazu, die peu à peu aufgebaut wurde und heute zehn Lkws umfasst, die vorrangig für die ostwestfälische Möbelindustrie im Einsatz sind.

Das Unternehmen beschäftigte 2009 in allen Betrieben 52 Mitarbeiter.